Corona Dog Home Workout Test

Viele unser Sportler, welche mit Beate Oertel (Sportlerin und THS Leistungsricherin) bei Facebook befreundet sind, dürften in den letzten Wochen über verschiedene Videos und Fotos staunen und schmunzeln die ein Workout mit ihren Hunden zu Hause zeigten. Einige versuchten sich auch selbst dieses WorkOut nachzustellen. Grund genug mal genauer nachzufragen – danke vorab für die ausführliche Anleitung:

Der große
CoronaDogHomeWorkoutTest

Da ja aktuell unsere Hundeplätze sowie Fitnessstudios geschlossen sind, habe zumindest ich aktuell sehr viel ungewohnte freie Zeit in meiner Freizeit. Kein Krafttraining im Studio, kein Hunde- und Sprinttraining auf dem Hundeplatz, keine Turniere am Wochenende.

Zum Glück wohnen wir ländlich und Spaziergänge und Laufeinheiten sind ohne Probleme möglich. Als Vollbluthundesportlerin und einer THS Saison, die eigentlich in den Startlöchern stand, reicht mir das natürlich nicht. Auf dem trainingsplan für April steht eigentlich Kraft- und Sprinttraining. Wie also das Krafttraining aus dem Studio und das Sprinttraining auf dem Hundeplatz kompensieren und dabei auch noch die Hunde bespaßen?

Lange gegrübelt… aber jetzt habe ich die Lösung: Das CoronaDogHomeWorkout (kurz: CoDoHoWo – der Hundesportler an sich liebt ja bekanntlich Abkürzungen)

Absolut neuartig – niemand ist bisher auf die Idee gekommen ein HomeWorkout zu machen. [*Ironie off*]

Ich möchte euch hier aber nicht nur einfach einige Übungen vorstellen, die man gemeinsam mit seinem Hund machen kann, sondern ich habe einen CoronaDogHomeWorkoutTest (kurz: CoDoHoWoTest) vorgenommen.

So wurden von mir einige vierbeinige Mitbewohner auf ihre CoDoHoWo-Tauglichkeit getestet:

 

Von links nach rechts:

Lissy, eine kleine quirlige, gepunktete Mischlingsdame mit Migrationshintergund und Schuhtick

Butch, ein verfressener, ungeduldiger Grauhaariger im fortgeschrittenen Alter

Sundance, ein lauffreudiger, gutaussehender Belgier aus dem Rheinland.

 

Für den Test habe ich einen kleinen Querschnitt an Übungen ausgewählt. Zum einen einfache Statische Übungen (kurz: StÜ) um die jeweilige Stabilität verschiedener Körperbereiche zu stärken, klassische Funktionelle Übungen (kurz: FÜ) sowie sogenannte Mehrkomponentenübungen (kurz: MKÜ), bei denen es darum geht verschiedene Kombinationen von Funktionellem, Kraft- und Stabitraining von Mensch und Hund miteinander zu kombinieren. Kommen wir zu den Übungen im Einzelnen:

 

  1. Wandsitzen-Stabi

Der Mensch „sitzt“ an der Wand. Es ist auf eine 90 Grad Winkelung in den Beinen zu achten. Auf den Schoß kommt ein Balance Pad. Auf dem Balance Pad macht der Hund dann sein Stabitraining und bringt gleichzeitig das Gewicht auf die Menschenbeine für ein Krafttraining.

Ausführung:

Bei dieser MKÜ konnte in der korrekten Ausführung lediglich das Punktetier getestet werden. Ihre 8,5 kg waren ein gutes Gewicht um ein sinnvolles Krafttraining zu machen. Ich habe die Übung 3×1 Minute ausgeführt. Während der einen Minute wechselte das Punktier in die Positionen Sitz / Platz / Steh.

Mit den beiden anderen Testhunden habe ich von einem gleichwertigen Versuch abgesehen. Das lag nicht an den jeweiligen Körpergewichten von 29 bzw. 27 kg sondern einzig und allein daran, dass beide Hunde einfach zu groß für meinen Schoß sind. 🙂 Fotos von dem Versuch diese Übung mit dem hektischen, langhaarigen auszuprobieren, erspare ich euch.

 

  1. Liegestütz mit Abklatschen

Bei dieser Übung geht der Mensch in den Liegestütz. Der Hund steht ihm gegenüber. Abwechseln klatschen sich Mensch und Hund mit links bzw. rechts ab. Wer das Glück hat, wie ich, mit mehreren vierbeinigen Fitnesspartnern unter einem Dach zu wohnen, kann diese Übung auch direkt mit mehreren Hunden machen. Hierzu einfach alle Hunde nebeneinander stellen. Der Mensch geht dann im Liegestütz seitlich von Hund zu Hund und klatscht sich mit diesem ab.

Ausführung:

Der betagte grauhaarige stand wie eine alte Eiche und bewegte sich nicht von der Stelle. Auf Kommando klatsche er mit mir ab. Das Zotteltier stand ebenfalls ruhig und sicher. Nach 3 Durchgängen überlegte er wann wir endlich wieder laufen gehen und vergaß das Abklatschen. Das Punktetier fing nach 3 Sekunden an sich um ihre eigene Achse zu drehen, forderte mich zum Spielen auf und war dann weg…

 

  1. Beinheben über Hund

Der Mensch sitzt auf dem Boden, der Hund liegt in der Platzposition gegenüber.

Der Mensch hebt seine lang ausgestreckten Beine abwechseln links und rechts über den Hund. Für den Hund ist diese Übung statisch und daher eine echte Geduldsprobe.

 

Ausführung :

Butch liegt hier sehr schön in der Platzposition. Sein ungeduldiges Gejaule nervt etwas. Sein Blick erwartet weitere Kommandos… er versteht das ganze nicht, das Jaulen wird lauter. Warten ist nicht so seine Stärke.

Sundance kommt die Übung sehr entgegen. Ständige Positionswechsel findet er ja eher merkwürdig. Das Beinheben über ihn ist ihm allerdings unheimlich… mit angelegten Ohren überlegt er, wann wir endlich wieder laufen gehen.

Lissy legt sich sehr schnell auf Kommando ins Platz. Dort bleibt sie auch für ca. 2 Sekunden liegen. Als ich meine Beine über sie heben will, fordert sie mich zum Spielen auf.

 

  1. Paarliegestützen

Auf das Kommando Platz geht Mensch runter und der Hund ins „Platz“. Auf das Kommando Steh kommt der Mensch wieder hoch in den Stütz und der Hund ins Steh. Auch diese Übung kann direkt mit mehreren Hunden gleichzeitig ausgeführt werden.

Ausführung:

Diese Übung scheiterte beim kleinen Punktetier am Grundgehorsam. Mehrere Positionswechsel nacheinander scheinen für sie schlicht unlogisch zu sein.

Der betagte Graue hat hier eindeutig das beste Testergebnis erreicht. Auch der 98. Positionswechsel wurde mit Freude und Arbeitseifer fehlerfrei ausgeführt.

Der langhaarige Belgier überlegte ab der 3. Wiederholung wo denn wohl sein Fehler bei den vorherigen Übungen war, die Wechsel wurden immer langsamer bis er irgendwann einfach in der Platzposition liegen blieb und überlegte, wann wir denn wohl endlich wieder laufen gehen.

 

Testergebnis:

Lissy, die kleine gepunktete Mischlingsdame mit Migrationshintergund und Schuhtick überzeugte aufgrund ihrer Körpergröße und ihrer Leichtigkeit. Sie ist universell einsetzbar. Ihre stets gute Laune zeigte sich insbesondere in den statischen Übungen, welche sie schlicht ignorierte oder bei denen sie mich nach kurzer Zeit zum Spielen aufforderte. Der Migrationshintergund scheint optional zu sein. Ich denke dieser hatte auf das Ergebnis des Tests – ebenso wie der Schuhtick – keinen Einfluss. Lissy eignet sich hervorragend um während einer Trainingseinheit gute Laune zu verbreiten.

Sundance, der gutaussehende Belgier aus dem Rheinland hat sich im CoronaDogHomeWorkoutTest nicht wirklich bewährt. Seine Stärke entfaltet sich definitiv eher im Outdoorbereich, hier insbesondere auf der Mittelstrecke. Hinzu kommt seine zwar stets korrekte, aber doch eher phlegmatische Arbeitsweise in den Gehorsamselementen. Diese Arbeitsweise konnte somit lediglich in den statischen Übungen überzeugen.

Butch, der verfressene, ungeduldige Grauhaarige im fortgeschrittenen Alter überzeugte – insbesondere durch seine Verfressenheit und dem daraus resultierenden Arbeitseifer – ebenfalls in einigen Bereichen. Er ist zwar nicht ganz so universell einsetzbar wie das das kleine Punktetier, besticht aber durch seine Motivation und seinen Grundgehorsam. Lediglich seine Ungeduld wirkte sich bei einigen Übungen eher negativ aus.

So, ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Querschnitt aus verschiedenen Übungen sowie die Einsetzbarkeit der verschiedenen Hundetypen geben. Sollten sich die hier getesteten Charaktere nicht in eurem Haushalt befinden, kann ich diese 3er Kombination uneingeschränkt empfehlen. 😉

#loveyourdogs #daseinzigwahreHomeWorkout #meinesinddiebesten #bleibtgesund

Sollte sich jemand von euch allerdings ernsthaft mit einem HomeWorkout fit halten wollen, empfehle ich dieses tatsächlich besser ohne Hunde durchzuführen 🙂

 

Bericht: Beate Oertel

(Fotos: Heike Appelbaum)

 

 

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