Helfer-Workshop beim DVG MV Gladbeck-Süd
Ausbildung, Leidenschaft und Teamgeist an zwei intensiven Wochenenden.
Konzentrierte Blicke, präzise Bewegungsabläufe, kraftvolle Hunde und viele intensive Gespräche am Rande des Platzes – an den Wochenenden 13./14. Juni sowie 4./5. Juli stand beim DVG MV Gladbeck-Süd alles im Zeichen der Helferausbildung. Neun engagierte Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, ihr Wissen zu erweitern, ihre Technik zu verbessern und sich unter fachkundiger Anleitung auf zukünftige Aufgaben im Helferwesen vorzubereiten. Neben der Ausbildung standen die Abnahme des Helfersportpasses sowie die Sichtung für die Landesmeisterschaft im Mittelpunkt des Workshops.
Neun Teilnehmer – drei erfolgreiche Helfersportpässe
Am Workshop nahmen Radu Ceclan, Marcel Schürmann, Madlin Schulz, Patrick Schiffer, Michael Meyer, Daniel Förmer, Alex Hartmann, Alex Warschburger und David Thomaschek teil.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Helfersportpass. Drei Teilnehmer stellten sich dieser Herausforderung und konnten die Prüfung erfolgreich abschließen. Radu Ceclan, Marcel Schürmann und Madlin Schulz bestanden den Helfersportpass unter der Abnahme von OFG Sandra Schmidt.
Die erfolgreiche Prüfung zeigte, wie wichtig eine strukturierte Vorbereitung und eine fundierte Ausbildung im Helferbereich sind.
Theorie und Praxis – zwei Bausteine einer erfolgreichen Ausbildung
Den theoretischen Teil des Workshops übernahm LRO Markus Klukas. Er vermittelte die Grundlagen der Prüfungsordnung, erläuterte die Anforderungen an moderne Schutzdiensthelfer und beantwortete zahlreiche Fragen rund um Bewertung, Ablauf und korrektes Helferverhalten.
Im praktischen Teil übernahm Tim Zielske die Ausbildung auf dem Hundeplatz. Gemeinsam wurden die Übungen der Prüfungsordnung intensiv trainiert und anschließend analysiert.
Besonderes Augenmerk legte Tim auf die Standfestigkeit der Helfer, das richtige Einstellen der Hunde, die Belastungswege sowie eine gleichmäßige und faire Arbeit mit jedem Hund. Gerade anspruchsvolle Situationen wie die kurze Flucht oder der Überfall aus dem Rückentransport zeigen, wie wichtig Technik, Reaktionsvermögen und Erfahrung sind. Für Tim zeichnet einen guten Helfer aus, dass er jeden Hund entsprechend arbeitet, Feedback annimmt und auch in schwierigen Situationen ruhig und selbstkritisch bleibt. Körperliche Fitness und Prävention gehören dazu. Ein besonderes Element des Workshops war die Zusammenarbeit mit Physiotherapeut Klaus-Dieter Schulz.
Er vermittelte den Teilnehmern sowohl theoretische als auch praktische Inhalte rund um die Themen Atmung, Sauerstoffversorgung, Muskulatur, Dehnung sowie Körper- und Gelenkstellung. Sein Ziel war es, den Helfern ein besseres Bewusstsein für den eigenen Körper zu vermitteln und Verletzungen vorzubeugen. „Ein Helfer arbeitet mit hoher körperlicher Belastung. Wer seinen Körper kennt und richtig einsetzt, kann Verletzungen vermeiden und gleichzeitig effizienter arbeiten“, erklärte Klaus-Dieter Schulz. Besonders wichtig sei eine gute Aufwärmphase. Rückenschonendes Arbeiten, gezielter Krafteinsatz und eine gute Ausdauer seien entscheidende Faktoren für eine langfristige Leistungsfähigkeit. Positiv aufgefallen sei ihm vor allem die Entwicklung der Teilnehmer innerhalb der beiden Workshop-Wochenenden: „Viele Fragen wurden gestellt und die Hinweise direkt in der Praxis umgesetzt.“
Sichtung für die Landesmeisterschaft 2026
Neben der Ausbildung diente der Workshop auch der Sichtung für die Landesmeisterschaft. Insgesamt fünf Helfer stellten sich der Bewertung. Beurteilt wurden sie nach den Kriterien Kondition, Technik, Belastbarkeit und Erfahrung. Für OFG Sandra Schmidt war diese Sichtung ein wichtiger Bestandteil des Workshops. „Wir möchten neue Talente finden und fördern“, beschreibt sie ihre Aufgabe. Als OFG ist sie für die Weiterentwicklung des Helferwesens verantwortlich und weiß um die Bedeutung einer guten Ausbildung. „Der Helfer ist die rechte Hand des Leistungsrichters. Wir arbeiten mit Tieren – deshalb sind eine fundierte Ausbildung und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Hunden besonders wichtig.“ Ein guter Schutzdiensthelfer müsse körperlich fit sein, Hunde lesen können und jederzeit fair und kontrolliert arbeiten. Ebenso wichtig seien Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln.
Eine besondere Teilnehmerin
Besonders freute sich Sandra Schmidt darüber, dass mit Madlin Schulz auch eine Helferin am Workshop teilnahm. „Frauen im Schutzdienst sieht man leider noch viel zu selten. Umso schöner war es, dass Madlin dabei war.“ Madlin stellte sich erfolgreich der Herausforderung und absolvierte ebenfalls den Helfersportpass. Auf die Frage, warum sie sich dazu entschieden habe, antwortete sie mit einem Augenzwinkern: „Um zu zeigen, dass es auch Frauen können.“ Doch ihre Motivation ging noch weiter. Madlin wollte den Helfersportpass nicht nur für sich selbst absolvieren, sondern auch für ihr Team. Die gemeinsame Entwicklung, der Zusammenhalt und die Möglichkeit, sich als Helferin weiter einzubringen, waren für sie wichtige Gründe für diesen Schritt.
Die Vorbereitung darauf war intensiv. Neben den regelmäßigen Übungsstunden auf dem Hundeplatz gehörten Fitnessstudio, Trockenübungen mit dem Ärmel und zusätzliches Training zu ihrem Programm. Eine Trainingseinheit konnte dabei mehrere Stunden dauern. Besonders anspruchsvoll seien für sie die eigene Aufregung und das Bedrängen der Hunde gewesen. Ihr persönliches Ziel ist es, künftig einen Hund von Anfang an mit auszubilden und gemeinsam als Team zu wachsen. Dass der Hundesport in ihrer Familie fest verankert ist, zeigt ihre Geschichte: Bereits die dritte Generation betreibt IGP-Hundesport, die zweite Generation ist als Helfer aktiv.
Nominierungen für die Landesmeisterschaft
Die intensive Arbeit während des Workshops wurde für mehrere Teilnehmer belohnt. Michael Meyer wurde als Helfer für Teil 2 der Landesmeisterschaft nominiert. Nachdem er im vergangenen Jahr noch als Ersatz vorgesehen war, freut er sich besonders über diese Chance. Seine Vorbereitung läuft bereits auf Hochtouren: Mehrere Trainingseinheiten pro Woche im Schutzdienst bei dem MV Westick und MV Oberaden, zusätzlich Jogging sowie Krafttraining mit Sandsäcken bis 35 Kilogramm gehören zu seinem Programm. Sein Ziel ist es, Teil einer erfolgreichen Veranstaltung zu sein und seinen Beitrag zum sportlichen Erfolg zu leisten. Auf die scherzhafte Frage, welche Ausrede er gehabt hätte, wenn es mit der Nominierung nicht geklappt hätte, antwortete Michael mit einem typischen Vereinsinsider: „Das Mett war alle.“ 😉 Auch David Thomaschek wurde für die Landesmeisterschaft nominiert. Für ihn ist die Teilnahme eine große Ehre. Er möchte sich mit weiteren Trainingseinheiten mit fertig ausgebildeten Hunden vorbereiten und sein Ziel verfolgen, alle Hunde gleichmäßig und vor allem verletzungsfrei zu arbeiten. Auf die gleiche Scherzfrage antwortete David sportlich: „Dann wäre eben jemand anderes besser gewesen.“ Als Ersatzhelfer wurden Tim Zielske und Alex Warschburger nominiert. Die Nominierung ist Anerkennung ihrer gezeigten Leistungen und gleichzeitig Motivation für die weitere Entwicklung.
Gemeinsam für die Zukunft des Helferwesens
Der Helfer-Workshop beim DVG MV Gladbeck-Süd hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielseitig die Anforderungen an moderne Schutzdiensthelfer geworden sind. Technik, körperliche Fitness und theoretisches Wissen bilden die Grundlage. Ebenso wichtig sind jedoch Verantwortungsbewusstsein, Fairness, Teamgeist und der respektvolle Umgang mit dem Hund. Die beiden Ausbildungswochenenden waren geprägt von Lernbereitschaft, Kameradschaft und dem gemeinsamen Ziel, sich weiterzuentwickeln.
Ein besonderer Dank gilt OFG Sandra Schmidt, LRO Markus Klukas, Tim Zielske und Physiotherapeut Klaus-Dieter Schulz für ihre fachkundige Unterstützung sowie allen Teilnehmern, Helfern und Organisatoren, die zum Erfolg des Workshops beigetragen haben. Mit drei erfolgreich bestandenen Helfersportpässen, mehreren Nominierungen für die Landesmeisterschaft und vielen neuen Erfahrungen blickt der DVG MV Gladbeck-Süd auf zwei erfolgreiche Ausbildungswochenenden zurück – ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Helferwesens im IGP-Hundesport.
Expertenbox Interview mit Klaus-Dieter Schulz
Physiotherapeut Klaus-Dieter Schulz: „Bewusstsein für den eigenen Körper entwickeln“
Beim Helfer-Workshop des DVG MV Gladbeck-Süd wurde deutlich, dass ein erfolgreicher Schutzdiensthelfer mehr benötigt als Technik und Erfahrung. Auch der eigene Körper spielt eine entscheidende Rolle. Physiotherapeut Klaus-Dieter Schulz begleitete die Teilnehmer als Referent für den Bereich Physiotherapie und vermittelte praktische sowie theoretische Grundlagen. Welche Aufgabe hattest du beim Helfer-Workshop?
„Meine Aufgabe war es, den Teilnehmern die Bedeutung der körperlichen Vorbereitung und des bewussten Umgangs mit dem eigenen Körper näherzubringen.“ Dabei ging es nicht nur um körperliche Belastbarkeit, sondern vor allem darum, Bewegungsabläufe besser zu verstehen und langfristig gesund zu arbeiten.
Welche Themen standen im Mittelpunkt?
Die Schwerpunkte lagen bei den Themen Atmung, Sauerstoffsättigung, Dehnung und Muskulatur. Ebenso wichtig waren die richtige Körper- und Gelenkstellung sowie die Frage, wie Helfer ihren Körper im Einsatz möglichst effizient einsetzen können.
Warum ist Physiotherapie gerade für Schutzdiensthelfer wichtig?
Ein Helfer ist während seiner Arbeit hohen Belastungen ausgesetzt. Schnelle Bewegungen, körperliche Gegenwehr und wiederholte Abläufe fordern Muskeln und Gelenke.
„Es geht darum, Verletzungen vorzubeugen, ein besseres Körpergefühl zu entwickeln und mit möglichst wenig unnötigem Kraftaufwand zu arbeiten.“
Worauf hast du bei den Teilnehmern besonders geachtet?
Ein besonderer Fokus lag auf der Aufwärmphase.
„Viele unterschätzen, wie wichtig eine gute Vorbereitung des Körpers ist. Ein richtig aufgewärmter Körper kann besser reagieren und Belastungen sicherer verarbeiten.“
Welche Tipps möchtest du den Helfern mitgeben?
Klaus-Dieter Schulz empfiehlt, auf den eigenen Körper zu achten und nicht erst bei Beschwerden zu reagieren. Rückenschonendes Arbeiten, eine saubere Körperhaltung, gezielter Krafteinsatz und der Aufbau von Ausdauer seien wichtige Faktoren für eine langfristige Leistungsfähigkeit.
Was ist dir beim Workshop besonders positiv aufgefallen?
Besonders beeindruckt habe ihn die Entwicklung der Teilnehmer innerhalb der beiden Workshop-Wochenenden.
„Viele Rückfragen aus dem physiotherapeutischen Bereich wurden gestellt und die Hinweise direkt umgesetzt. Man konnte sehen, dass die Teilnehmer offen waren und sich weiterentwickeln wollten.“
Sein Fazit: Ein guter Helfer arbeitet nicht nur mit dem Hund – er muss auch lernen, mit dem eigenen Körper richtig umzugehen.
Bericht und Bild Nina Post

